Rolf Lenz

 

Fotoplattform

 

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Zwei Sofaarmlehnen ragen
in den Himmel, davor liegen zwei
Körbe und ein Stuhl.

Die Sitzfläche ist zerrissen und der Lack zerplatzt. Im Hintergrund stehen
zwei Fichten, der Himmel im Westen mit getürmten Quellwolken in Weiß und Grün.

Die blauen Sitzmöbel stehen breit auf
einem Teppich von Zeitungsfetzen, davor
eine zerkratzte, schwarze Tischplatte.

Schöne Sperrmüllgruppen sind selten.
Die Stadt hält Ordnung.
         
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"Klippen"

         
 

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Ein weißer Karton ist gefüllt mit
unsortierten Büchern und
welken Tulpen.
An der Hauswand dahinter
bunte Graffitti.
Als der Wind den Nebel hebt,
werden Graffitti und Runen auf
der Straße sichtbar.
So gibt die Wirklichkeit
auch ihre Bilder wieder.
         
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"Cliff"  

         
 

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Auf den Dächern der Häuser und den Stadtpflanzen liegt etwas Raureif.
Der Tag wird heller; ein alter Plattenspieler von Braun liegt in dem Unrat, auf den
schon ausrangierte Tannenbäume
gelegt wurden.

Hinter dem Unrat und den zerfetzten
Möbeln werden die Hochhäuser im
letzten Dunst sichtbar.
Eine braune, dreiteilige Sitzgarnitur
mit Schutt bedeckt, sieht unter dem
immer blauer werdenden Himmel
wirklich gut aus.

         
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"Cliff"  

         
 

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Die Farbe des Himmels und der
Luft, in dem gleichen
schmutzigen, grauen Ocker.
Der ganze schmale Straßenzug in
diesem Licht,
verdunkelt durch endlose Reihen
von Blechkisten.
Der gelbe Sessel an die Hauswand
gelehnt, strahlt wie ein tibetischer
Thron.
Ein langsam dichter werdender
Dunst zieht durch die Straßen
und sehr weit darüber in der Höhe
entlädt sich ein Gewitter.
Ein kräftiger Regen durchweicht
den Sessel und das Wasser am
Boden trägt seine Farbe in
zischenden Bächen durch
einen Gully.
Weiße Streifen ziehen sich an
einem grünlich blau gefärbten
Himmel in die Länge.
Das Gewitter am Morgen und der
starke Regen haben eine
glitzernde Luft mit der
Sonne gebildet.
Alle durchweichten Möbelreste
und das Gerümpel sehen in
diesem Licht silbrig aus.
         
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"Thron"

     
 

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Der Weg ist aufgeweicht und schlammig.
Die Stadt weit entfernt.
Hochhäuser verwischen im Grau.
Dieser frühe, windstille Morgen am Rande der Stadt, mit bis auf den letzten Erdkrumen ausgelaugten Feldern,
zugedeckt vom frühen Dunst, und dem schweren Geruch von ätzendem Kunstdünger. Ein stinkender Bach weicht
alles auf, das Ufer zertrampelt vom Weidevieh.
Viele bunte Plastikfetzen hängen im
Unterholz wie Gebetsfahnen,
gekippte Kühlschränke und Plastikmöbel bezeugen die Niedertracht auch hier, und wie die Eroberung des Sinnlosen, ein Sofa im Grünen.

       
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Die Sonne wirft schwache Lichter auf die Gegenstände. Die Schatten gegenstandslos. Ein Müllberg mit Besteck und Kochwerkzeug versperrt die enge Straße mit ihren niedrigen Häusern und Backsteinmauern.

Ein kalter Wind schießt Graupel durch die forellenfarbige Luft. Bakterien die sich billionenfach vermehren, bestimmen den Geruch der Straße, die ferne Stadt bleibt unberührt, ein Block Zement reingesägt und reingeschnitten, brutal gehämmert und gesprengt, mit zentralen Plätzen und Straßen.

Jetzt heult hier der Wind und alles ist ein Bild der Leere, mit ihren Dingen. Gestapelt, an den Rand gestellt, sortiert nach Mustern oder einem unbekannten Sinn. Ein weißer Sessel stemmt sich gegen das Licht und alles Elend so hoffnungslos am Abend zwischen all dem Müll